Rettung der Huskies: Fans sind froh, Trainer ist guter Dinge und Inhaber will Basis stärken
Kassel. "Wir sind froh und glücklich, dass es weiter geht!" Bester Laune quittierte Sven Breiter die gute Nachricht von der Rettung der Kassel Huskies - "auch wenn jetzt noch die Lizenzerteilung der DEL aussteht". Dem Fanbeauftragten, Mitglied bei den Highlandern, fiel ein Stein vom Herzen, "dass wir alle gemeinsam das geschafft haben".
Schließlich hatte nicht zuletzt das große Engagement der Anhänger mit ihren Aktionen und einem Demonstrationszug zum Rathaus dem Hilferuf von Huskies-Eigentümer Rainer Lippe ein großes öffentliches Forum ermöglicht.
Lippe indes sieht die positive Meldung vom Donnerstag nur als Wasserstandsmeldung. Denn während in der Geschäftsstelle der vorbereitete Lizenzantrag für die DEL nun vollendet wird, laufen weitere Gespräche, um die Huskies wirtschaftlich auf eine breitere Basis zu stellen. "Nach diesem ersten Kassensturz hören wir jetzt nicht auf, sondern akquirieren weiter", erläutert Geschäftsführer Lippe. Ist sich aber sicher: "Wenn uns bei den Zuschauereinnahmen und dem Sponsoring nichts um die Ohren fliegt, dann müssten wir mit dem Budget hinkommen."
Der Dauerkarten-Verkauf freilich könne kurzfristig noch nicht gestartet werden. Lippe: "Wir müssen abwarten, wieviele Mannschaften tatsächlich die Lizenz erhalten werden und wieviele Heimspiele wir planen können." Dazu ließ sich DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke am Donnerstag keine Prognose abringen. "Nach diesem positiven Signal, das ich jetzt von ihnen erhalte, warten wir auf Post aus Kassel und von den letzten anderen Klubs. Dann werden wir seriös prüfen - sachlich, fachlich und nicht ergebnisorientiert", erklärte Tripcke am Telefon.
Bestens informiert indes war Stéphane Richer in den vergangenen Wochen. "Ich hatte aus Kanada stets einen engen Kontakt mit Rainer Lippe und wusste, dass alles auf gutem Weg ist", erklärte der Huskies-Trainer voller Freude über das Happy End. "Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir in der nächsten Saison sportlich und wirtschaftlich gut dastehen werden." Ganz gezielt habe er in Nordamerika "gute, für uns bezahlbare Spieler" beobachtet. Klar ist: "Wir sind längst nicht der einzige Klub, der Abstriche machen muss bei den Ausgaben für die Spieler. Deshalb sinken derzeit die Preise, und wir werden nun bei der Verpflichtung von zwei Verteidigern auch noch etwas warten." Im Sturm aber sehe es gut aus, auch bei der Suche nach einem zweiten Torwart ist der Trainer guter Dinge. "Vielleicht haben wir nächste Woche schon neue gute Informationen", verheißt Richer.
Die Fans kämpfen derweil weiter für "ihr" Eishockey. Die Blutspendeaktion in Kassel wird fortgesetzt, alle Einnahmen auch aus dem Fanartikelverkauf weiterhin vom Förderverein verwaltet. "Denn auch die Eishockey-Jugend kann jeden Euro brauchen", sagt Sven Breiter. http://www.rettet-die-huskies.de
Zitat von HNA Bestens informiert indes war Stéphane Richer in den vergangenen Wochen. "Ich hatte aus Kanada stets einen engen Kontakt mit Rainer Lippe und wusste, dass alles auf gutem Weg ist", erklärte der Huskies-Trainer voller Freude über das Happy End. "Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir in der nächsten Saison sportlich und wirtschaftlich gut dastehen werden." Ganz gezielt habe er in Nordamerika "gute, für uns bezahlbare Spieler" beobachtet.
Das klingt ja fast nach dem gleichen Schreiberling des Nordhessenkuriers
Viele Grüße Frank "Deutscher Kulturbeauftragter" (Danke Horst K.)
Das Beste ist wer nie verlor, im Kampf des Lebens den Humor (Bankinschrift irgendwo im Allgäu)
Kassel: Von wegen Friede, Freude, Eierkuchen Mittelfristig ist die Zukunft der Huskies keineswegs gesichert – Außerdem: Was sich Trainer Richer von Neuzugang Danner erwartet
Kassel Huskies vorbildlich: Eigengewächse weiter auf dem Vormarsch
Das ist im deutschen Profi-Sport schon eine Ausnahme: Die Kassel Huskies haben für die neue Saison 7 Eigengewächse unter Vertrag. 5 spielen in der DEL-Mannschaft, und zwei weitere sind mit einer Förderlizenz ausgestattet, und werden in der Oberliga oder 2. Bundesliga Spielpraxis sammeln.
Kassel, den 08.07.2009: Damit löst Huskies-Eigner Rainer Lippe ein Versprechen ein, das er bei seiner überraschenden Übernahme des Clubs vor 4 Jahren machte. Damals kündigte er an, in spätestens 5 Jahren 5 Kasseler Jungs in der ersten Mannschaft spielen zu lassen. Dazu Chefcoach Stephane Richer: "Alle diese Jungs, Manuel Klinge, Michael Christ, Alexander Heinrich, Derek Dinger, Fabio Carciola, Adriano Carciola und Steve Themm sind nicht etwa Zählkandidaten sondern sie spielen so gut und haben soviel Potential, dass sie uns weiterbringen bei unserer Spielphilosophie, schneller und aggressiver zu sein und mit enormem Pressing nach vorn die Gegner stark unter Druck zu setzen.".
Was seinerzeit noch etwas utopisch klang und dem allgemeinen Trend im Spitzensport zuwider lief, nämlich die Integration der eigenen Jugendlichen, man denke nur an Eintracht Frankfurt, MEG Göttingen oder die Handballer der MT Melsungen, um nur einige aus der Region zu nennen, wurde bei dem Kasseler Club konsequent umgesetzt.
In der Fan-Öffentlichkeit wird seit langem beklagt, dass die Spitzenmannschaften immer mehr zu "Söldnertruppen" werden, die sich nicht mehr mit dem Verein oder der Region identifizieren, sondern nur noch Geld verdienen wollten. Dem wirken die Huskies mit ihrer Spielerpolitik entgegen und hoffen, dass sich durch die vielen Kasseler ein noch höherer Identifikationsgrad mit der Mannschaft und dem Club einstellt.
Welche Ausnahmesituation damit in Kassel geschaffen wird, wird besonders deutlich, wenn man einmal die Mannschaften der ersten Ligen in Fußball, Handball oder Eishockey durchkämmt. Allenfalls die Berliner Eisbären und die Mannheimer Adler kommen auf ähnliche Werte. Auch sie betreiben eine beispielhafte Nachwuchsausbildung und haben dafür ein eigenes Internat gegründet.
Ähnliches schwebt Rainer Lippe auch vor. Schon 2005 machte er seinen Plan öffentlich, ein Landes-Jugend-Leistungszentrum in der Nähe des Sportgeländes an der Aue zu errichten. Ein solches Leistungszentrum ist die beste Voraussetzung dafür, dass ständig Jugendspieler in den Hochleistungsbereich nachwachsen können und nicht über den Umweg der Internate anderer Clubs ihren Weg dahin zurück finden müssen, wo sie einmal ausgebildet wurden. Lippes Credo ist, dass kein Talent der Eishockey-Jugend verloren gehen darf.
Erstmals nehmen in diesem Sommer die Jugendlichen Florian Böhm, Billy Themm, Patrick Berendt, Nils Hilgenberg und Oliver Mizera am vorbereitenden Trainingslager der DEL-Mannschaft teil. Meik Fritsch Medien- und Öffentlichkeitsarbeit EC Kassel Huskies Sportmanagement GmbH http://www.huskies-online.de/