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Lebeau Offline

Oldie Löwe


Beiträge: 1.746

27.07.2016 10:25
#1006 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von Dougman im Beitrag #1005


PS: Ich bin grundsätzlich ein Befürworter von Einwanderung. Beispielsweise würde ich es sehr begrüßen, wenn Deutschland sich um die Anwerbung von Fachkräften & Intelektuellen aus der Türkei bemühen würde, die unter dem zusehends repressiv / diktatorischen Erdogan-System zu leiden haben und verfolgt & schickaniert werden.


Es leiden auch einfache und sozial schwache Leute in der Türkei. Die Art von Einwanderung, die du befürwortest, empfinde ich als Semi-sozial. Die gut situierten, gebildeten dürfen kommen und der Rest?

Vielleicht kannst du das noch mal genauer erläutern, weil es sich für mich so anhört, als würdest du in Deutschland nur eine Auslese der Einwanderer begrüßen, und die schwachen müssten unter den Bedingungen in der Türkei weiter leiden?


Mitglied der Ohrfeigen/Becherpfand-Buddys "Die Pawlowschen Hunde" 2014 e.V.

Ich habe Angst vor denen, die Angst vor Schwulen haben.


johnnyboy Offline

Oldie Löwe

Beiträge: 3.259

27.07.2016 10:40
#1007 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von Lebeau im Beitrag #1006
Zitat von Dougman im Beitrag #1005


PS: Ich bin grundsätzlich ein Befürworter von Einwanderung. Beispielsweise würde ich es sehr begrüßen, wenn Deutschland sich um die Anwerbung von Fachkräften & Intelektuellen aus der Türkei bemühen würde, die unter dem zusehends repressiv / diktatorischen Erdogan-System zu leiden haben und verfolgt & schickaniert werden.


Es leiden auch einfache und sozial schwache Leute in der Türkei. Die Art von Einwanderung, die du befürwortest, empfinde ich als Semi-sozial. Die gut situierten, gebildeten dürfen kommen und der Rest?

Vielleicht kannst du das noch mal genauer erläutern, weil es sich für mich so anhört, als würdest du in Deutschland nur eine Auslese der Einwanderer begrüßen, und die schwachen müssten unter den Bedingungen in der Türkei weiter leiden?


Wieviel Platz bzw. finanzielle Mittel soll denn Deutschland noch aufwenden für Einwanderer - jetzt mal unabhängig vom sozialen Status, daß ist die eine Frage. Und warum sollte Deutschland noch Fackräfte und Intellektuelle anwerben, ich denke, die brauchen am allerwenigsten Asyl und könnten auch in einem anderen Land ihre Kenntnisse umsetzen.


OFC Offline

König der Löwen


Beiträge: 6.056

27.07.2016 10:44
#1008 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Er schreibt ja nicht, daß er NUR diesen Personenkreis einwandern lassen will.

Ich finde diese Einwanderungsdiskussion wer noch kommen darf derzeit eher theoretisch.

Fakt ist, daß wir eine ganze Menge an Flüchtlingen im Land haben und wir sollten alles daran setzen,
diese Fälle zu "bearbeiten":
wer darf bleiben? wer nicht?
Es ist auch nicht so, daß mit der Klärung des Aufenthaltsstatus alles gelöst ist,
sondern hier braucht es dringendst ein Integrationskonzept.
Damit wir eben keine gescheiterte Integration realisieren und nicht in die sozialen Probleme
Frankreichs verfallen.

Nach meiner Meinung haben wir ethisch / moralisch richtig gehandelt, in der Not soviel Leute aufzunehmen.
ABER wir können nicht allein die Lösung für die Probleme der Welt sein.

Deshalb können und sollten wir den moralischen Staffelstab weiterreichen, EU bitte übernehmen, es gibt genug
Volkswirtschaften, die sich engagieren können und sollten.

Wir haben zunächst noch eine Herkulesaufgabe zu bewältigen und die heisst Integration.


Dougman hat sich bedankt!
OFC Offline

König der Löwen


Beiträge: 6.056

27.07.2016 10:47
#1009 RE: Nachrichten Zitat · antworten

@johnnyboy

Weil die Wirtschaft dringend Fachkräfte braucht und diese nicht findet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...-a-1075189.html

Deshalb ist eine solche Integration wirtschaftlich für uns alle gut.


johnnyboy hat sich bedankt!
johnnyboy Offline

Oldie Löwe

Beiträge: 3.259

27.07.2016 10:53
#1010 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von OFC im Beitrag #1009
@johnnyboy

Weil die Wirtschaft dringend Fachkräfte braucht und diese nicht findet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...-a-1075189.html

Deshalb ist eine solche Integration wirtschaftlich für uns alle gut.

Klingt zwar logisch, aber ich muß da Lebeau (auch wenn ich grundsätzlich anderer Meinung bin wie er)Recht geben, daß Du die Einwanderung nicht in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft teilen darfst.


OFC Offline

König der Löwen


Beiträge: 6.056

27.07.2016 10:54
#1011 RE: Nachrichten Zitat · antworten

...Und wenn Du Dir die Lage in der Türkei seit dem mislungenen Putschversuch ansiehst,
kann man schon zu der Meinung kommen, daß dort gerade die Intelektuellen Hilfe benötigen.

Wissenschaftler aus dem Ausland zurück beordert
berufliches Reiseverbot
Tausende Lehrer entlassen
etc etc


Dougman hat sich bedankt!
OFC Offline

König der Löwen


Beiträge: 6.056

27.07.2016 10:58
#1012 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Ich glaube wir haben bereits eine Menge Leute aufgenommen, deren Status nicht der eines Intelektuellen ist:
http://www.wallstreet-online.de/nachrich...driger-vermutet

Von daher finde ich es nicht verwerflich, wenn man sich auch mal nach Fachkräften bemüht.
Die Mischung machts.


Dougman hat sich bedankt!
Dougman Offline

Oldie Löwe


Beiträge: 1.333

27.07.2016 11:05
#1013 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von Lebeau im Beitrag #1006
Zitat von Dougman im Beitrag #1005


PS: Ich bin grundsätzlich ein Befürworter von Einwanderung. Beispielsweise würde ich es sehr begrüßen, wenn Deutschland sich um die Anwerbung von Fachkräften & Intelektuellen aus der Türkei bemühen würde, die unter dem zusehends repressiv / diktatorischen Erdogan-System zu leiden haben und verfolgt & schickaniert werden.


Es leiden auch einfache und sozial schwache Leute in der Türkei. Die Art von Einwanderung, die du befürwortest, empfinde ich als Semi-sozial. Die gut situierten, gebildeten dürfen kommen und der Rest?

Vielleicht kannst du das noch mal genauer erläutern, weil es sich für mich so anhört, als würdest du in Deutschland nur eine Auslese der Einwanderer begrüßen, und die schwachen müssten unter den Bedingungen in der Türkei weiter leiden?



Ja, das kann ich gerne tun.

in vielen Dikussionen werden immer wieder Asyl und Einwanderung miteinander vermischt, dabei haben sie miteinander erst einmal überhaupt nichts zu tun. Konkret auf Deutschland bezogen: In den letzten Jahren verzeichnet Deutschland einen starken Zuzug aus dem Ausland. Anders als immer wieder fälschlich behauptet wird, handelt es sich dabei jedoch nicht um klassiche Einwanderung, sondern um Asylsuchende sowie Menschen aus dem EU-Raum, die die europäische Freizügigkeit nutzen. Das Ganze ist wertfrei, aber Fakt.
Die Anzahl der Menschen, die die so genannte Blue-Card (ausländische Fachkräfte, die eine Arbeitserlaubnis in D bekommen) in Anspruch nehmen ist hingegen verschwindend gering.

Politik und Medien weisen immer wieder darauf hin, dass Gesellschaft und Wirtschaft auf ausländische Fachkräfte angewiesen wären und vermischen dies mit der Flüchtlingsthematik. Asyl hat nämlich grundsätzlich gar nichts mit Einwanderung zu tun, sondern mit dem Schutz und der Aufnahme von politisch Verfolgten. Daher sollte auch gar kein Anspruch an Asylsuchende bestehen, dass diese eine besonders notwendige Qualifikation oder ähnliches mitbringen. Haben sie einen Asprich auf Asyl, so sind sie Berechtigt in Deutschland zu bleiben.
Parallel dazu sollte man aber die Einwanderung nicht aus den Augen verlieren, die für eine Aufrechterhaltung eines gewissen Wohlstandsniveaus notwendig ist. Und ja - an diese klassiche Art der Einwanderung (so wie sie auch in den Einwanderungsländern USA, Kanada, Australien) funktioniert) sind Kriterien gebunden, anhand derer die Bewerber "sortiert" werden. Je nachdem welche Berufsgruppen besonderen Bedarf haben, lässt sich auf diese Art ein Großteil der Einwanderung steuern.

In meinem konkreten Beispiel der Türkei habe ich mich zu oberflächlich ausgedrückt - von daher Danke an dich wegen der berechtigten Nachfrage.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn Deutschland die Hürden für eine klassiche Einwanderung von ausländischen Fachkräften senkt und im Ausland aktiv für Einwanderung werben würde. Auf die Türkei bezogen leben dort viele gut ausgebildete Menschen, die nun unter dem Erdogan-Regime leiden könnten. Ähnlich dem Iran nach der Transoformation in eine Islamische Republik. Leider hat sich Deutschland schon damals nicht um diese Menschen bemüht, die nun zu viel Wohlstand in den USA und anderen Ländern beigetragen haben (ich bin erst am Sonntag aus den USA zurück gekehrt und habe 15 Tage bei einer persischen Familie gelebt - phantastische Menschen, hoch gebildet und immer den Drang gehabt sich aus eigener Kraft nach oben zu arbeiten). Deutschland könnte sich aktiv um Fachkräfte & Intellektuelle aus der Türkei bemühen und sie zur Einwanderung animieren.

Was deine Bedenken bezüglich anderer Menschen, die nicht qualifiziert sind angeht:
Dafür steht das Asyl System weiterhin zur Verfügung. Ich habe mich nicht gegen Asyl ausgesprochen - politisch verfolgte Menschen haben ein Anrecht auf Asyl. So steht es im Grundgesetz (Armut und viele andere Gründe stehen dort allerdings nicht. Meiner Meinung nach muss Deutschland wieder zurück zu den Wurzeln des Asyl-Gedankens kommen und konsequent danach handeln, ansonsten sprengt das System seinen eigenen Sinn und den gesellschaftlichen Zusammenhalt).

Mir ging es um Einwanderung & Anwerbung von Fachkräften, die jenseits des Asyls zu uns kommen könnten und eine Bereicherung wären.
Dennoch muss ich zu Bedenken geben: Die Aufnahmekapazität ist begrenzt. Es mag ein ehrenwerter Ansatz sein zu sagen, dass man allen Menschen helfen soll, das ist jedoch weltweit gesehen für ein Land wie Deutschland nicht möglich. Daher bin ich - wie oben geschildert - für eine Art Kontingent-Lösung. Neben einer bestimmten Anzahl an Flüchtlingen müssen wir auch die Wirtschaft im Auge behalten und ein davon unabhängiges Kontingent an Fachkräften anwerben. Unsere Wirtschaft braucht hoch qualifizierte Menschen, es können nicht langfristig zu viele von sozialer Sicherung oder im Niedriglohn-Sektor leben. Wir müssen ausgewogen handeln um die Systeme nicht zu überstrapazieren.

Daher ist meine Meinung: Asyl = ja, aber auch Einwanderung parallel dazu nach Regeln und die Anwerbung qualifizierter Kräfte. Dabei muss die Anzahl qualifizierter Leute langfristig deutlich oberhalb der unqualifizierten liegen. Ansonsten sehe ich eine Integration als nahezu unmöglich an.


Das Eisurmel Offline

Oldie Löwe


Beiträge: 3.016

27.07.2016 11:12
#1014 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von OFC im Beitrag #1008

Fakt ist, daß wir eine ganze Menge an Flüchtlingen im Land haben und wir sollten alles daran setzen,
diese Fälle zu "bearbeiten":
wer darf bleiben? wer nicht?
Es ist auch nicht so, daß mit der Klärung des Aufenthaltsstatus alles gelöst ist,
sondern hier braucht es dringendst ein Integrationskonzept.
Damit wir eben keine gescheiterte Integration realisieren und nicht in die sozialen Probleme
Frankreichs verfallen.


Die Frage "wie geht es weiter" ist die eigentlich spannende Frage. Das gerade die syrischen Flüchtlinge ein Aufenthaltsrecht bekommen, versteht sich von selber. Denn sie sind echte Kriegsflüchtlinge, genau dafür gibt es das Asylrecht. Das diese Flüchtlinge schnellstmöglich integriert werden müssen, versteht sich auch von selber. Fakt ist aber auch, wenn das Land Syrien wieder befriedet ist und sich die politischen Verhältnisse dort wieder stabilisiert haben, dann endet auch das Aufenthaltsrecht für die syrischen Flüchtlinge. So steht es im Asylrecht. Und gerade weil Millionen von Syrern aus ihrem Land geflohen sind, ist eine Rückkehr dieser Flüchtlinge fast unvermeidlich, weil anders der Wiederaufbau des Landes garnicht zu stemmen ist. Durch die Millionen von Flüchtlinge hat das Land Syrien de facto eine ganze Generation verloren, ohne die ein Wiederaufbau kaum möglich sein wird. Die finanzielle Herkulesaufgabe für den Westen steht uns nämlich noch bevor. Mit einem Marshallplan die Gelder für den Wiederaufbau bereit zu stellen und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass die syrischen Flüchtlinge wieder ins Land zurück kehren, damit sie dort zum Wiederaufbau beitragen können. Das eine bedingt das Andere. Nur mit einem Marshallplan gibt man den Menschen eine Perspektive, dass sie es selber schaffen können.

Zu sagen, man wolle die syrischen Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland integrieren und "behalten", mag politisch opportun und auch aus Sicht der deutschen Wirtschaft nachvollziehbar sein. Mit dieser Politik bricht man aber Syrien dauerhaft das Genick, weil ohne diese vielen syrischen Menschen ein Wiederaufbau nicht gelingen wird. Diese Wahrheit spricht leider nur keiner aus. Die Alternative wäre, dass Syrien dauerhaft in einem Chaos wie der Jemen versinkt. Und das direkt vor unserer Haustür. Der Preis wäre zu hoch, alleine sicherheitspolitisch.


Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres


OFC hat sich bedankt!
Dougman Offline

Oldie Löwe


Beiträge: 1.333

27.07.2016 11:23
#1015 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von Das Eisurmel im Beitrag #1014
Zitat von OFC im Beitrag #1008

Fakt ist, daß wir eine ganze Menge an Flüchtlingen im Land haben und wir sollten alles daran setzen,
diese Fälle zu "bearbeiten":
wer darf bleiben? wer nicht?
Es ist auch nicht so, daß mit der Klärung des Aufenthaltsstatus alles gelöst ist,
sondern hier braucht es dringendst ein Integrationskonzept.
Damit wir eben keine gescheiterte Integration realisieren und nicht in die sozialen Probleme
Frankreichs verfallen.


Die Frage "wie geht es weiter" ist die eigentlich spannende Frage. Das gerade die syrischen Flüchtlinge ein Aufenthaltsrecht bekommen, versteht sich von selber. Denn sie sind echte Kriegsflüchtlinge, genau dafür gibt es das Asylrecht. Das diese Flüchtlinge schnellstmöglich integriert werden müssen, versteht sich auch von selber. Fakt ist aber auch, wenn das Land Syrien wieder befriedet ist und sich die politischen Verhältnisse dort wieder stabilisiert haben, dann endet auch das Aufenthaltsrecht für die syrischen Flüchtlinge. So steht es im Asylrecht. Und gerade weil Millionen von Syrern aus ihrem Land geflohen sind, ist eine Rückkehr dieser Flüchtlinge fast unvermeidlich, weil anders der Wiederaufbau des Landes garnicht zu stemmen ist. Durch die Millionen von Flüchtlinge hat das Land Syrien de facto eine ganze Generation verloren, ohne die ein Wiederaufbau kaum möglich sein wird. Die finanzielle Herkulesaufgabe für den Westen steht uns nämlich noch bevor. Mit einem Marshallplan die Gelder für den Wiederaufbau bereit zu stellen und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass die syrischen Flüchtlinge wieder ins Land zurück kehren, damit sie dort zum Wiederaufbau beitragen können. Das eine bedingt das Andere. Nur mit einem Marshallplan gibt man den Menschen eine Perspektive, dass sie es selber schaffen können.

Zu sagen, man wolle die syrischen Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland integrieren und "behalten", mag politisch opportun und auch aus Sicht der deutschen Wirtschaft nachvollziehbar sein. Mit dieser Politik bricht man aber Syrien dauerhaft das Genick, weil ohne diese vielen syrischen Menschen ein Wiederaufbau nicht gelingen wird. Diese Wahrheit spricht leider nur keiner aus. Die Alternative wäre, dass Syrien dauerhaft in einem Chaos wie der Jemen versinkt. Und das direkt vor unserer Haustür. Der Preis wäre zu hoch, alleine sicherheitspolitisch.


Danke für deinen Beitrag.
Er spricht zudem eine ganz andere Problematik an, die ich auch in meinem obigen längeren Beitrag angesprochen habe:
Asyl und Einwanderung sind zwei Paar Schuhe. Eine so genannte Integration von Asylbewerbern ist in sich ein völliger Widerspruch.
Politik wäre gut beraten, wenn sie zuerst einmal klären um welche Art Migration es sich überhaupt handelt und dem entsprechend Ziele definiert. Die Situation ist heute völlig anders als z.B. in den 60er und 70er Jahren, als türkische und italienische Menschen durch die Industrie aktiv angeworben wurden. Diese und insbesondere deren Nachkommen zu integrieren wurde sträflich vernachlässigt. Die Konsequenzen sehen wir noch heute in vielen Bereichen wie Schule, Arbeitslosikeit etc. Diese Menschen kamen als so genannte Gastarbeiter und kamen freiwillig. Nach und nach wurde klar, dass sie nicht zurück gehen werden und spätestens da hätte man einen vollständigen Integrationsplan erarbeiten müssen.
Aslysuchende haben per Definition einen vorübergehenden Aufenthaltstitel. Es sind - ich wiederhole mich da gerne - keine Einwanderer.
Nichts spricht gegen Deutschkurse, Bildung etc., aber wenn die Politik erhlich wäre müsste sie zuerst klären was genau das langfristige Ziel sein soll und dem entsprechend das Einwanderungsrecht modifizieren. Aslysuchende sind politisch verflogte und keine Einwanderer und sie haben auch gar nicht die Pflicht sich zu integrieren (was auch immer Integration genau bedeuten soll). Wenn CSU Politiker sich süffisant hinstellen und in ihren Reden behaupten, dass Aslysuchende sich gefällichst zu integrieren haben, dann sind sie auf dem Holzweg. Sofern der Asylgrund weiter besteht, haben sie ein Recht in Deutschland zu bleiben. Völlig egal welche Sprache sie sprechen und was sie tagsüber tun. Wir sollten endlich über Einwanderung diskutieren und den Mesnschen eine Perspektive bieten. Z.B kann man vereinbaren, dass sie die Sprache lernen und eine Qualifikation brauchen um langfristig eine Bleibeperspektive haben zu können, die über die Dauer des Asyls hinaus geht. Vice versa muss es aber auch heißen: Besteht der Asylgrund nicht mehr, müssen sie Deutschland wieder verlassen. Ein dauerhafter Aufenthaltstitel kann dann über das Einwanderungsrecht beantragt werden, welches wiederum Ansprüche an die Bewerber stellt - und das zurecht.


OFC Offline

König der Löwen


Beiträge: 6.056

27.07.2016 11:57
#1016 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Danke für die erklärende Differenzierung.

Dennoch bin ich der Meinung, daß man beide Gruppen - Asylsuchende und Einwanderer - integrieren muss bzw. Wege hierfür finden muss.

Bei Einwanderern ist dies sowieso ein Nobrainer, da sie ja dauerhaft bleiben.

Hinsichtlich Asylanten - wir wissen nicht, wie lange es am Beispiel Syrien dauern wird, bis sich die Lage so gebessert hat,
daß die syrischen Asylanten zurückkehren können.
Bis dahin kann man sie in Sammelunterkünften "wegsperren" und sich selbst überlassen (mit all den Folgen, die wir teilweise
schon beobachten konnten: Lagerkoller, Gewalt in den Lagern, Radikalisierung, Spannungn zwischen verschiedenen Religionen etc..
Oder man bietet Ihnen pragmatisch Hilfe zur Integration an, ggf. Arbeit wo es sich machen lässt. Ich denke die zweite Variante
ist unabhängig vom Status der Person die bessere, weil es gesellschaftspolitische Sprengkraft nimmt, und zu einer Befriedung
der Situation beitragen kann.


johnnyboy Offline

Oldie Löwe

Beiträge: 3.259

27.07.2016 12:10
#1017 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Zitat von OFC im Beitrag #1016
D
Oder man bietet Ihnen pragmatisch Hilfe zur Integration an, ggf. Arbeit wo es sich machen lässt. Ich denke die zweite Variante
ist unabhängig vom Status der Person die bessere, weil es gesellschaftspolitische Sprengkraft nimmt, und zu einer Befriedung
der Situation beitragen kann.

Natürlich ist das die bessere Variante. Es muß aber auch eine Bereitschaft zur Integration vorhanden sein. Wenn nur einer von 10 sich dagegen sperrt, bleibt immer noch eine immense Anzahl Nicht-Integrationswilliger übrig, und die könnten sich früher oder später radikalisieren.
Man muß sich nur mal in die Gedanken dieser Leute versetzen. Du kommst in ein fremdes Land, erhoffst Dir dort ein besseres Leben und merkst dann irgendwann, daß sich Deine Wünsche nicht annährend erfüllen - es aber gleichzeitig kein zurück mehr gibt. Du steckst also in einer Sackgasse. Und wozu Menschen (egal wlecher Herkunft) fähig sind, die in einer Sackgasse stecken, zeigt der Alltag.


ozhockey Offline

König der Löwen

Beiträge: 7.065

27.07.2016 14:48
#1018 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Warnung: Der folgende Beitrag ist zu kurz um alle Details zu benennen, damit evtl. provokant, missverstaendlich etc.

Dazu ausgehend von einer Aussage, wo ich zugegebenermassen falsch liegen kann.
Also korrigiert mich wenn ich falsch liege!

Ein Problem der Integration ist doch, dass die Asylsuchenden zunaechst nicht arbeiten duerfen. Der Prozess bis dahin ist lang und steinig.

Dies wiederum kann vom gemeinen Volk evtl. vermehrt aus Hartz IV Perspektive) als Rundum-Sorglos-Paket fuer die Asylsuchenden empfunden (Freie Kost und Logis, bei gleichzeitigem Nichtstun und noch eine finanzielle Unterstuetzung) werden. Danach setzt dann die Gerechtigkeitsfrage an, was muss ich alles tun damit mich der Staat so unterstueztund wo befreit mich der Staat von der Arbeit?

Nein ich denke nicht so. Aber ich versuche zumindest einige Argumente zu verstehen.
Erlaubt man nun den Asylsuchenden Arbeit, nehmen diese dann aber wiederum neben dem obskuren Argument des Frauen Wegnehmens auch noch Jobs den "guten" Deutschen weg.

Also muss es eine Arbeit werden, wie Muell in staedtischen Anlagen sammeln, etc. und dann kommt man noch mit den Pfandsdammlern ins Gehege...

Wir sind so gesehen schon eine echt gut organisierte Gesellschaft...

Aber nochmal von dort ausgehend: Gibt es lokale Arbeiten, die fuer die Gesllschaft nice to have waeren, kaum einer machen will und Asylsuchenden fuer ein paar Stunden am Tag zuzumuten waeren?
Ich sehe darin eine win Win Situation fuer alle und einen wesentlichen Beitrag zu Integration, Selbstfindung und -stabilisierung.

Wie denkt ihr ueber so was?


OFC Offline

König der Löwen


Beiträge: 6.056

27.07.2016 15:04
#1019 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Ich denke, wir dürfen nicht den Fehler machen, alle in diese rechte Ecke zu schieben.

Es mag sicherlich diese Denkmuster geben, die Gemengelage ist jedoch vielschichtiger:
Ich denke, da spielt auch viel Angst vor dem Unbekannten mit. Warum sind sonst die
Anti-Flüchtlingsdemos meist in den Gegenden, die wenig bis geringe Ausländerquoten haben?
Wenn das so schlimm wäre, wäre doch in Ffm und OF der Teufel los.

Zudem kommt dann noch der allgemeine Trend der Politikmüdigkeit (so will ich es mal nennen) hinzu:
Politiker, die nur an der eigenen Wiederwahl interessiert sind, Contra vs Establishment.
Trends wie rechte Populisten in Osteuropa, oder Links in Griechenland, USA Trump vs Clinton, beide unbeliebt.

Es fehlt eigentlich ein neuer Umgang der etablierten Parteien mit der Bevölkerung.
Glaubwürdiger und vetrauensvoller und ein Einstehen für eine Position.


ozhockey Offline

König der Löwen

Beiträge: 7.065

27.07.2016 15:15
#1020 RE: Nachrichten Zitat · antworten

Danke @OFC, ja es muss nicht alles von rechts kommen oder dort stehen. Da muss ich mich nur am weitesten verdrehen um in den Argumenten noch etwas Sinn oder auch nur eine nachvollziehbare Kausalitaet zu finden.

Die anderen Punkte, die Du nennst sind genauso zu beachten klar, das sehe ich aehnlich.


OFC hat sich bedankt!
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